Gemeinsam stark

Aktuelle Informationen bei der Ortsversammlung des Maschinenrings zusammen mit der Waldbesitzervereinigung

 

Borkenkäfer und „Sturm Kalle” trüben zwar heuer die Holzmarktpreise, doch ist es im hiesigen Bereich insgesamt im Durchschnitt kein schlechteres Jahr als sonst. Diese Bilanz zog Tobias Glück, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung (WBV) Berchtesgaden-Laufen, bei der Ortsversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings für Laufen, Saaldorf, Surheim, Ainring und Freilassing am Donnerstag Abend im Saal des Gasthauses Lederer. Geschäftsführer Herbert Galler von der Geschäftsstelle in Laufen berichtete zuvor den rund 40 Zuhörern über aktuelle Themen aus der Maschinenring-Arbeit, insbesondere die neue Gülleverordnung.

Galler bedankte sich bei den anwesenden Landwirten für die Teilnahme an der Aktion Blühstreifen, die der Maschinenring (MR) Laufen e.V. heuer erstmals initiiert habe und nächstes Jahr wiederholen wolle. Im Berchtesgadener Land und im Landkreis Traunstein seien rund 80 Kilometer Blühstreifen entstanden, die Kosten für die Saat hätten die Landwirte selbst getragen, der MR habe die Arbeitsleistung gestellt. „Die Aktion Blühstreifen ist gut für die Natur und das Image der Landwirtschaft”, erklärte Galler.

Die soziale Betriebs- und Haushaltshilfe sei ein Kerngeschäft des MR, schilderte der Geschäftsführer. Pro Jahr würden hier 40.000 Arbeitsstunden geleistet. In den vergangenen beiden Jahren seien 15 neue Kräfte hinzugekommen. Seit zwei Jahren sei auch eine Festanstellung beim MR möglich. Gesucht würden hier vor allem immer noch männliche Kräfte, es gebe in diesem Bereich „soviel Leute und Einsätze wie noch nie”. Der MR suche auch in anderen Bereichen Arbeitskräfte, etwa im Landschaftsbau.

Im weiteren Verlauf seines Vortrags ging Galler auf Neuerungen wie die Umsatzsteuerpflicht für Bauhilfe ein, die seit Anfang des Jahres gilt, auf die Fortbildung zum Sachkundenachweis Pflanzenschutz und kam schließlich auf die neue Düngeverordnung zu sprechen, die seit 1. Juli gilt. Einiges sei noch nicht endgültig geregelt, etwa die Düngeplanung und wie Nährstoffe berechnet würden. Fest stehe dagegen die Sperrfrist bis 31. Januar, die nach Ernte der Hauptfrucht, spätestens ab 1. Oktober beginne. Für viele sei überraschend gewesen, dass „nach dem Mais” keine Gülle mehr ausgebracht werden dürfe, „auch nicht auf Maisstroh”, so Galler.

Für Grünland gelte eine Sperrfrist von 1. November bis 31. Januar. In den Landkreisen Berchtesgadener Land und Traunstein sei eine Verschiebung genehmigt worden auf 29. November bis 28. Februar. Die Mistsperrfrist, so berichtete Galler weiter, gelte von 15. Dezember bis 15. Januar. Er wies auch darauf hin, dass das Ausbringverbot bei „schneebedeckt” jetzt gelte, sobald der Boden weiß sei. Früher sei hier noch ein gewisser Spielraum gewesen.

Am meisten Diskussionen und Ärger habe die beschlossene Obergrenze von 170 Kilogramm Stickstoff auf Grünland und Acker im Betriebsdurchschnitt ausgelöst. „Das wird nicht ganz so einfach”, betonte Galler. Die Gülleausbringung sei im Herbst „massiv eingeschränkt”. Zwischenfrüchte aussäen und Umstellen der Fruchtfolge könnten Erleichterung bringen. Auf jeden Fall sei mehr Gülleraum erforderlich. „Es werden vermehrt Flächen gesucht”, so Galler. „Es wird noch mehr Gülle auf den Markt kommen, die untergebracht werden muss.” Bei Fragen empfahl Galler den Landwirten sich an das Amt für Landwirtschaft und Ernährung zu wenden. Außerdem seien drei zusätzliche Veranstaltungen geplant, in denen es nur um die Düngeverordnung gehe.

Der MR-Geschäftsführer sprach im weiteren Verlauf auch das neue Güterkraftverkehrsgesetz an, in dem für die Landwirtschaft momentan noch eine Übergangsfrist gelte und eine eigene Regelung angestrebt werde, die allerdings an bestimmte Bedingungen geknüpft sein wird. Weitere Themen waren die neu organisierte Beratung beim MR, die neue Homepage und der Belegabgabetag.